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Elterninformation

Genauso wie beim Laufen müssen Kinder in den ersten Lebensjahren auch das Sehen mit beiden Augen (binokulares Sehen) erlernen. Die Fortschritte bei den ersten Gehversuchen oder dem Artikulieren der ersten Worte erleben die Eltern täglich mit. Wie und was Ihr Kind sieht, bleibt Ihnen dagegen verborgen.

Nachfolgend finden Sie Antworten auf viele Fragen, die Eltern zur frühzeitigen Augenvorsorge bei ihren Kindern haben können. Weitere Informationen und interessante Geschichten über die frühzeitige Augenvorsorge bei Kindern, erhalten Sie auf der Informationsseite augenvorsorge.info oder unserem Blog zur Augenvorsorge plusoptix.blog.

Hat mein Kind eine Sehstörung?

Eine frühzeitige Augenvorsorge kann diese Frage beantworten. Durchschnittlich hat jedes fünfte Kleinkind im Alter von 4 Jahren hat eine unerkannte Sehstörung, die ohne Früherkennung zu Amblyopie (Schwachsichtigkeit) führen kann. Dieser hohe Prozentsatz ist nicht überraschend, da Sehstörungen im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten häufig keine offensichtlichen oder nachweisbaren Symptome aufweisen. Zwei gesunde Augen sind jedoch für das Wohlbefinden eines Kindes unerlässlich. Eine Schwachsichtigkeit infolge einer Sehstörung beeinträchtigt die schulischen Leistungen, erhöht das Risiko zu Verkehrsunfällen und kann die Berufswahl einschränken. Je früher eine Sehstörung jedoch erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.

Bemerkt mein Kind seine Sehstörung?

Die betroffenen Kinder bemerken die eigene Sehstörung selbst nicht, denn sie sind es gewohnt, die Welt mit ihren Augen zu sehen und haben keine Vergleichsmöglichkeit.

Warum ist eine frühzeitige Augenvorsorge so wichtig?

Die Augenvorsorge dient der frühzeitigen Erkennung von Sehstörungen. Werden Sehstörungen nicht in den ersten Lebensjahren erkannt und behandelt, können diese zu einer dauerhaften Schwachsichtigkeit (Amblyopie) führen. Eine Amblyopie kann weder mit einer Brille, noch mit anderen Sehhilfen ausgeglichen werden.

Was beinhaltet das Amblyopiescreening zur frühzeitigen Augenvorsorge?

Ein wichtiger Bestandteil der frühzeitigen Augenvorsorge ist die Refraktionsmessung. Diese ist die Grundlage des Amblyopiescreenings. So kann mit dem Amblyopiescreening schon bei Säuglingen (ab 6 Monaten) festgestellt werden, ob sich die Augen altersgerecht entwickeln.

Warum reicht ein normaler Seh- oder Visustest nicht aus?

Je früher eine Sehstörung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Behandlungserfolge. Die normalen Seh- und Visustests können erst durchgeführt werden, wenn Ihr Kind bereits spricht. Das Kind muss das Gesehene erkennen und benennen können. Darüber hinaus sind diese Tests nicht dazu geeignet, Refraktionsfehler und Medientrübungen zuverlässig aufzudecken.

Wann wird eine Augenvorsorge bei Kindern empfohlen?

Grundsätzlich sollten alle Kinder, die nicht bereits in augenärztlicher Behandlung sind, regelmäßig an einer Augenvorsorge teilnehmen. Die erste Augenvorsorge sollte so früh wie möglich erfolgen, am besten noch vor dem ersten Geburtstag. Wenn in dr Familie bereits Sehstörungen aufgetreten sind, wird eine frühere Augenvorsorge im Alter von 5 bis 8 Monaten empfohlen. Sie muss regelmäßig wiederholt werden, da sich die Augen mit dem Wachstum verändern und Sehstörungen neu auftreten können.

Durch die moderne Technik des Amblyopiescreenings kann die Augenvorsorge bereits ab dem 5. Lebensmonat durchgeführt werden und ist optimal mit den Vorsorgeuntersuchungen kombinierbar.

Kinder müssen das Sehen lernen!

Die Augen sind das wichtigste Sinnesorgan des Menschen, denn 80% aller Informationen nehmen wir über unsere Augen auf. Interessant ist, dass Neugeborene das Sehen genauso erlernen müssen wie Laufen und Sprechen. Die Fortschritte bei den ersten Gehversuchen oder dem Artikulieren der ersten Worte erleben die Eltern täglich mit. Wie und was Ihr Kind sieht, bleibt Ihnen dagegen verborgen. Zwei gesunde Augen sind für das Wohlergehen Ihres Kindes von zentraler Bedeutung, denn eine Sehschwäche in Folge einer Sehstörung beeinträchtigt die schulischen Leistungen, erhöht die Unfallgefahr im Straßenverkehr und schränkt die Berufswahl ein.

Wie lernen Kinder sehen?

Das Sehen besteht aus zwei Vorgängen, der Bildaufnahme durch die Augen und der Bildverarbeitung im Gehirn. Das Zusammenspiel von Augen und Gehirn müssen Neugeborene üben, damit sich der Sehnerv, bzw. die zum Sehen erforderlichen neuronalen Verknüpfungen zwischen Augen, Sehrinde und Augenmotorik ausbilden können. Dabei sind die ersten Jahre für die Entwicklung eines gesunden beidäugigen Sehens die wichtigsten. Treten in dieser Zeit Sehstörungen auf, so verläuft dieser Lernprozess unwiederbringlich fehlerhaft. Augen und Gehirn werden nicht richtig trainiert und das Kind wird nie seine volle Sehkraft entwickeln. Man spricht dann von einer Schwachsichtigkeit, bzw. einer Amblyopie.

Was kann ich tun?

Sprechen Sie Ihren Arzt an. Er wird Sie individuell beraten und eine Augenvorsorge bei Ihrem Kind durchführen.

Bezahlt die Krankenkasse das „Amblyopiescreening“?

Die Kosten der frühzeitigen Augenvorsorge-Untersuchung beim Kinderarzt, auch Amblyopiescreening genannt, wird durch immer mehr Krankenkassen übernommen. Falls Ihre Krankenkasse das Amblyopiescreening nicht bezahlen sollte, können Sie die Leistung trotzdem als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen und im Anschluss mit der Rechnung einen Antrag auf Kostenerstattung bei Ihrer Krankenkasse stellen.

Alle Untersuchungs- oder Behandlungskosten, die entstehen wenn ihr Kind zu einem Augenarzt überwiesen werden sollte, trägt Ihre Krankenkasse.

Augenvorsorge Blog


Blogbeiträge zum Thema "Amblyopiescreening" und frühzeitige Augenvorsorge bei Kindern.

Augenvorsorge Informationsseite


Informationsseite zum Thema „Amblyopiescreening“ und die enorme Wichtigkeit der frühzeitigen Augenvorsorge.