„Für mich als Kinderarzt bedeutet es zusätzliche Sicherheit“

Bericht eines Kinderarztes zum Amblyopiescreening mit dem Plusoptix Vision Screener

Die Praxis von Kinderarzt Dr. Tobias Revermann liegt im niedersächsischen Essen, im südlichen Landkreis Cloppenburg. Zu ihm kommen Kinder aus einem großen Einzugsgebiet im Raum Löningen, Cloppenburg, Cappel, Lastrup, Dinklage, Quakenbrück. Dr. Revermann eröffnete seine Praxis im Jahr 2015. Seit September 2018 nutzt er einen Plusoptix Vision Screener neben den gängigen Untersuchungen zur Augenvorsorge (etwa dem Lea-Test, dem LANG Test bei der U7a und bei U8 und U9 ebenfalls Sehtest mit Tafeln, Farbseh- und Stereotest). Wir freuen uns, dass er mit uns über seine Erfahrungen über die Arbeit mit dem Plusoptix Vision Screener gesprochen hat. Mehr hierzu erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Stethoscope
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Bei einem von fünf Kleinkindern gibt es Risikofaktoren für eine Sehstörung

Vorteil der Untersuchung mit einem Gerät wie dem Vision Screener: Die Augenvorsorge kann ganz einfach auch frühzeitig, für Babys und Kleinkinder, durchgeführt werden, um mögliche Sehstörungen zu entdecken. Dafür müssen dem Kind keine Augentropfen verabreicht werden. In Sekundenschnelle entdeckt das Gerät mithilfe eines Durchleuchtungstests ob Risikofaktoren gegeben sind.

Plusoptix: Zu welchen Zeitpunkt führen Sie die Amblyopiescreening mit dem Gerät durch?

Dr. Revermann: Das Screening führe ich meist ab der Vorsorgeuntersuchung U6 (11.-12. Lebensmonat) und bei der U7(mit ca. 2 Jahren) durch.

Plusoptix: Wie ist der Ablauf des Amblyopiescreening in ihrer Praxis?

Dr. Revermann: Ich habe das handliche, mobile Gerät (Anm. der Redaktion Vision Screener s12c ), das wir, je nach Lichtverhältnissen, in den Untersuchungsraum mitnehmen können. Gegebenenfalls bitten wir die Eltern in einen anderen Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung. Während der Untersuchung bleiben die Kinder auf dem Schoß der Eltern.

Ab dem Alter von einem Jahr ist die Untersuchung auf dem Schoß der Eltern ohne große Probleme durchführbar. Nur ganz selten, bei großer Unruhe eines Kindes funktioniert es nicht, weil das Kind nicht auf die Kamera schaut. Aber das ist wirklich die Ausnahme.

Plusoptix: Wie erleben die Eltern die gerätebasierte Amblyopie-Vorsorge

Dr. Revermann: Ich habe bereits zwei Kinder im Alter von 1 und 2 Jahren gehabt, die aufgrund eines auffälligen Plusoptix-Ergebnisses dann vom Augenarzt eine Brille verordnet bekamen. Die Eltern waren sehr dankbar für die frühe Plusoptix-Untersuchung.

Toddler smiling
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Plusoptix: Wie erleben Sie das Amblyopiescreening aus Ihrer Perspektive als Arzt?

Dr. Revermann: Für mich als Kinderarzt bedeutet es zusätzliche Sicherheit – damit ich keine Risikofaktoren für eine Sehstörung übersehe. Jedoch möchte ich auch die Augenärzte entlasten, die durch diese Plusoptix-Untersuchung von uns Kinderärzten gezielt Kinder überwiesen bekommen, bei denen ein Verdacht auf Sehstörung besteht.

Apparatives Amblyopiesscreening erleichtert frühzeitige Amblyopie-Vorsorge

„Bei mir in der Praxis ist etwa jede fünfte Messung auffällig (Anm. d Redaktion: das entspricht den wissenschaftlichen Statistiken zum Amblyopierisiko[1] im Kleinkindalter). Eine Auffälligkeit für Astigmatismus erhalte ich am häufigsten,“ berichtet Dr. Revermann. Astigmatismus ist der Fachbegriff für eine Hornhautverkrümmung.

Werden Sehstörungen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sich daraus eine dauerhafte Amblyopie (Schwachsichtigkeit) entwickeln. Das Zusammenspiel von Auge und Gehirn wird nicht richtig erlernt. Eine frühzeitige Augenvorsorge mit apparativem Amblyopiescreening hilft, Sehstörungen bei Kindern frühzeitig zu entdecken.

Vielzahl an Möglichkeiten zur Einbindung in die Praxisabläufe

Für Dr. Revermann und sein Team ist es wichtig, die Anwendung des Plusoptix Vision Screeners gut in den Praxisablauf zu integrieren:

„Nach der Untersuchung schließen wir das Gerät über USB-Kabel an unseren Computer an und drucken das Ergebnis aus. Diese legen es meist in das gelbe Untersuchungsheft. Das alles dauert nur wenige Minuten.

„Vielen Dank für Ihr tolles Gerät, das bei mir zum festen Bestandteil der Untersuchung geworden ist – und für den Tipp mit dem USB-Kabel. Dies kann ich auch für andere Kinderärzte beim Einsatz mit dem mobilen Gerät sehr empfehlen: via USB-Kabel an den PC anschließen, die Ergebnisse (Anm. der Redaktion: Mehr zu den Dokumentationsmöglichkeiten der Plusoptix Geräte gibt es hier) ausdrucken und den Eltern mitgeben.“


Quellenangaben:

[1] Donahue SP, Arthur B, Neely DE, Arnold RW, Silbert D, Rubin JR.
Guidelines for automated preschool vision screening: A 10-year, evidence-based update. J AAPOS. 2013;17(1):4-8.

 

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